Grundsätzliches zur Holzwahl
Im folgenden erläutern wir einige der wichtigsten Faktoren,
die für die Auswahl eines bestimmten Holzes entscheidend sein
können.
Das Holz ist die "Seele" des
Schlägers, es bestimmt
dominant auch die Spieleigenschaften des gesamten Schlägers.
Daraus folgt, dass die Kombination eines einfachen Holzes mit sehr
hochwertigen Belägen wenig sinnvoll ist. Umgekehrt ist es aber bei
knapp bemessenem Budget durchaus sinnvoll ein hochwertigeres Holz mit
preiswerteren Belägen zu kombinieren - zumal so die Option
erhalten bleibt, später beim ohnehin fälligen Belagwechsel
auf andere Beläge umzusteigen.
Wesentliche
Unterschiede zwischen den Hölzern liegen im Gewicht, Tempo,
Härte des Ballanschlages und dem Schwingungsverhalten. Letzteres
bedeutet, dass es steife und weniger
steife Hölzer gibt. Offensivhölzer sind steifer als
Allroundhölzer (aufgrund der dickeren und / oder härteren
Furniere), Carbonhölzer steifer als Hölzer ohne
Kunstfasereinlagen. Daraus folgt z.B., dass unser SpinLord Classic
Carbon eher steif und schwingungsarm ist, das SpinLord K-10 hingegen
deutlich weniger steif ist. Grundsätzlich sagt man chinesischen
Hölzern (z.B. den Friendship Hölzern) nach, besonders steif
und schnell zu sein - trotz ähnlichen Furnierkombinationen wie bei
europäischen Hölzern.
Der
Grund liegt in dem enorm höheren Leimanteil bei diesen
Hölzern, wie auch in der unterschiedlichen Leimart. Jeder
Hersteller verwendet eine andere Leimart bzw. Leimmischung, so dass
auch Hölzer mit gleichem Furnieraufbau sich deutlich anders
spielen können. Dadurch wird auch bei Hölzern aus China
der typische härtere
Ballanschlag erzeugt - leider geht das ganze etwas zu Lasten der
Kontrolle. Auch sind chinesische Hölzer oft sehr schwer.
Balsa
Hölzer wie z.B. das SpinLord Ultra Balsa wiederum haben
ein ganz eigenes Spielgefühl, da das Balsa wie eine Feder wirkt
und eine Eigendynamik hat, die kein anderes Holz aufweisen kann (Folge:
langsam in passivem Spiel, sehr starke Beschleunigungswerte).
Letztlich
ist aber keine Option objektiv besser: jeder Spieler hat in
diesem Punkt andere subjektive Vorlieben.
Prinzipiell
ist es mit Tempo und Gewicht genau so. Es ist auch
keineswegs so, dass für jeden Spieler ein möglichst leichtes
Holz optimal ist. Darüber hinaus wird oft vergessen, dass es auch
bei Belägen erhebliche Gewichtsunterschiede gibt. Da jeder
Schläger aus nur einem Holz, aber zwei Belägen besteht, ist
oft das Gewicht der Beläge sogar ein wichtigerer Faktor.
Grundsätzlich
gilt aber: sehr leichtes Holz + schwere Beläge
= kopflastige Gewichtsverteilung, schwere Hölzer + leichte
Beläge sind meist grifflastiger.
Der
Kontrollwert eines Holzes ergibt sich aus zwei Faktoren.
Natürlich
gilt das Prinzip je schneller das Holz desto weniger
Kontrolle, wie auch umgekehrt je langsamer desto mehr Kontrolle.
Allerdings
entscheidet auch wesentlich die Qualität des Holzes
über die Kontrolle. Durch Verwendung von besonders hochwertigem
Holz und Leim, Einbau von Carbon und Kevlar etc. kann eine
Vergrößerung der optimalen Balltreffzone des Holzes
(Sweet-Spot) erreicht werden; das Holz wirkt fehlerverzeihender, die
Kontrolle ist damit höher.
Es
soll noch darauf hingewiesen werden, dass alle Hersteller
unterschiedliche Maße für Schlagfläche und Griffe
verwenden. Chinesische Hölzer haben typischerweise eine etwas
größere Schlagfläche, europäische Hölzer und
für den europäischen Markt produzierte Hölzer aus China
eine kleinere.
Ein
weiteres Thema ist die Bruchstabilität der Hölzer. Viele
Hobbyspieler glauben, je teurer die Hölzer, desto robuster sollten
diese sein. Das Gegenteil ist meist der Fall. Einfache
Fertigschläger bestehen aus sehr dickem, einfachem Sperrholz.
Teurere Hölzer sind oft sehr filigrale Konstruktionen, die
wesentlich einfacher brechen können. Balsahölzer sind
besonders bruchempfindlich, sehr dünne Allroundhölzer sollten
aber auch besonders vorsichtig gehandhabt werden.
Wir
hoffen, dass Ihnen diese Ausführungen etwas weiterhelfen
konnten. Natürlich konnten wir hier nur einige Aspekte behandeln.
Als wesentliche Feststellung verbleibt, dass die Wahl des Holzes sowohl
objektiven Gesichtspunkten als auch dem subjektiven Empfinden des
Spielers folgen muss.
Ausführungen
zur Griffwahl finden Sie seperat in unserem FAQ.
